Home Events Europäische Perspektiven 30 Jahre nach der Wiedervereinigung – Wie sich Identitäten verändert haben
Veranstaltung mit Markus Meckel 5._Oktober

Datum

05 Okt 2021
Vorbei!

Uhrzeit

18:30

Europäische Perspektiven 30 Jahre nach der Wiedervereinigung – Wie sich Identitäten verändert haben

In unserem „Europäischen Salon“ am 5. Oktober haben wir mit Markus Meckel,  dem letzten Außenminister der DDR und Initiator der Gründung  der Sozialdemokratischen Partei in der DDR, der am Verhandlungsprozess zur Deutschen Einheit aktiv beteiligt war, und Dr. Klaus-Jürgen Scherer, Redakteur der Zeitschrift „Neue Gesellschaft/Frankfurter Hefte“ und geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Hochschulinitiative Demokratischer Sozialismus, zurückgeblickt und über Perspektiven, europäische Perspektiven gesprochen.

Europäische Perspektiven mehr als 30 Jahre nach der Wiedervereinigung und wir uns gefragt, wie sich Identitäten verändert haben?

Wir leben im 31 Jahr der deutschen Einheit und somit auch über 30 Jahre europäische Einheit. Der Fall der Berliner Mauer 1989 brachte nicht nur Deutschland die Einheit, sondern legte auch den Grundstein für die Ost-Erweiterung der EU.

Die Demokratiebewegungen vor allem in Polen, Ungarn und der DDR brachten die Veränderungen in den ostmitteleuropäischen Staaten und legten den Beginn der Friedlichen Revolution und den Prozess der Deutschen Einheit sowie eines geeinten, freien Europas.

Markus Meckel ist Akteur und Beobachter des großen Zeitenwandels vor 30 Jahren und bemüht sich bis heute aktiv um eine europäisch orientierte Erinnerungskultur und die Aufarbeitung der Diktaturen des 20. Jahrhunderts. Seine „Erinnerungen“ „Zu wandeln die Zeiten“ sind eine wichtige Zeitgeschichtsbetrachtung.

Die aktuellen Konflikte an den EU-Außengrenzen, Migrationsströme, Brexit, Klimakrise und natürlich auch die Corona-Pandemie zeigen, dass die komplexen Probleme in Europa und der Welt nicht an nationalen Grenzen Halt machen.

An diesem Abend wurden das Wunder der deutschen Einheit und der Weg des neuen Europa noch einmal lebendig nachgezeichnet.

„Nach 30 Jahren ist das Erinnern an 1989/90 viel lebendiger und differenzierter geworden als noch vor wenigen Jahren.“

„Jedenfalls heißt es in diesen Tagen oft, dass wir uns in Deutschland aus Ost und West unsere Geschichten erzählen und uns mehr als bisher gegenseitig zuhören sollen; unsere sehr verschiedenen Erfahrungen und Perspektiven mitteilen. Wir Deutschen sind wohl das Volk in Europa, das sich selbst am wenigsten kennt, so unterschiedlich sind die Narrative, in denen wir unsere Geschichte zur Sprache bringen.“

Der Abend war ein sehr lebendiger Geschichtsabend über das Entstehen der Deutschen Einheit und die europäische Dimension.

„Die deutsche Einheit ist durch Verhandlungen zustande gekommen“ und die „Ostdeutschen waren Subjekte dieses Prozesses“, so Markus Meckel. „Die Einheit war der aufrechte Gang der Ostdeutschen in die Einheit.“

Für Markus Meckel war dabei „die Anerkennung der polnischen Westgrenze“ von Anfang an ein zentraler Punkt.

Neben der Ostdeutschen gab es auch einen zweiten Teil, den der dynamischen europäischen Dimension. Polen spielt dabei eine zentrale Rolle.

„Die friedliche Revolution war ja Teil einer mitteleuropäischen Revolution. Es begann in Polen, es war in Ungarn und unmittelbar danach in der Tschechoslowakei. Man kann diesen ganzen Prozess wirklich nur verstehen, wenn man ihn als eine mitteleuropäische Revolution versteht und ich verstehe den Fall der Mauer immer gewissermaßen als das, was in der Französischen Revolution der Sturm auf die Bastille war, d. h. das Symbol, an dem deutlich wird, jetzt geht nichts mehr zurück“, so Markus Meckel.

„So war der Fall der Mauer, das internationale Symbol für eine siegreiche mitteleuropäische Revolution, in der dann sofort auch die Dimension der Einheit mit auftauchte.“ „Das war 1989 ein europäischer, ein internationaler Prozess.“

Für Meckel war es eine „riesen Errungenschaft, dass es 2004 gelungen war den Entwurf für eine europäische Verfassung auf dem Tisch zu haben und die Entscheidung über die Erweiterung der europäischen Union und Beides gleichzeitig. Das dies gelungen ist, ist einfach eine so tolle Geschichte. Wo Viele am Anfang das gar nicht wahrgenommen haben, wie wichtig das war, dass die Integration, das Europa sich nicht einfach erweitert, sondern vervollständigt. Das ist eine Erfolgsgeschichte, die oft zu wenig gewürdigt wird.“

Es war ein zeitgeschichtlicher Abend mit Markus Meckel und seinem Gesprächspartner Dr. Klaus-Jürgen Scherer, der uns die historischen Ereignisse vor 31 Jahren noch einmal lebendig vor Augen geführt hat und sie auch für heute geschichtlich eingeordnet hat.  Er hat die Zuhörerinnen und Zuhörer an seinen lebendigen Erfahrungen teilhaben lassen und erklärt, ob und wie sich Identitäten verändert haben.

 

 

 

Die Veranstaltung ist beendet.

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